Ziele

Der Begleitausschuss von Vielfalt LEBEN hat im November 2016 das Handlungskonzept für 2017 festgelegt. Darin sind die Ziele, die Vielfalt LEBEN verfolgt, definiert.

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Handlungskonzept 2017

Ausgangssituation

Die Initiative „Vielfalt LEBEN“ hat seit Juli 2014 viele Projekte unterstützt und auch selbst entwickelt, die geeignet sind, demokratische Alltagskultur zu stärken, das Fremde als Bereicherung und nicht als Angstmacher zu sehen, interkulturelle Begegnungen und Unterstützung zu initiieren sowie Bildungs- und Kulturangebote zu fördern. An diesen Schwerpunkten wollen wir weiterarbeiten und neue Projektideen zusammen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und NetzwerkpartnerInnen entwickeln. Das Feld soll nicht den Akteuren und Akteurinnen überlassen werden, deren „einfache Antworten“ den Grundsätzen einer ebenso gelebten wie wehrhaften Demokratie diametral entgegenstehen. Im Fokus steht, Zusammenleben in der demokratischen Gesellschaft nicht länger als selbstverständlich anzusehen, sondern als hohen Wert an sich, für dessen Erhalt und Wertschätzung jeden Tag aufs Neue zu ringen ist. Dazu zählt auch der grundlegende Respekt vor dem jeweiligen Gegenüber und die konstruktive Auseinandersetzung mit anderen Traditionen, Bekenntnissen, Herkünften, Lebensentwürfen, Kompetenzen und körperlichen wie geistigen Einschränkungen. Arbeit zur Stärkung und Festigung der Demokratie geht hier Hand in Hand mit Arbeit im Sinne von Antidiskriminierung.

Zielgruppen

Die Zivilgesellschaft ist die wichtigste Zielgruppe. Sie soll aktiviert und befähigt werden, sich für die Demokratie einzusetzen. Um die Zivilgesellschaft zu erreichen, ist die Beteiligung der Städte und Gemeinden sowie von AkteurInnen aus Bildung, Politik, Sozialem und der Wirtschaft unabdingbar. Durch die Stärkung von demokratischen, sozialen, interkulturellen und personalen Kompetenzen und Einstellungen werden auch zivile Akteure beteiligt.

Kinder und Jugendliche sind eine weitere Säule der Förderung: Erziehung, Bildung und Ausbildung stellen einen wichtigen Aspekt dar. Präventive Arbeit findet im Rahmen von formalen und informellen Bildungsprozessen statt und wird als kontinuierlicher, vernetzter und früh einsetzender Prozess begriffen, in dem demokratische, soziale, interkulturelle und personale Kompetenzen entwickelt und gefördert werden.

Das koordinierte Zusammenwirken unterschiedlichster AkteurInnen sowie entsprechende Fachkompetenz des pädagogischen Personals sind wesentliche Voraussetzungen für eine gelingende und nachhaltige Prävention und bildet somit die dritte Säule der Unterstützung.

  • Zielsetzung

Ziel ist, dass die im Landkreis lebenden Menschen Demokratie als erstrebenswert und individuellen Gewinn erleben und sich als Teil dieser Demokratie erfahren, um Demokratie nachhaltig zu entwickeln, zu stärken und zu erhalten – besonders im ländlichen Raum. Das Hauptaugenmerk liegt auf Anerkennung, Beteiligung, Bildung sowie Erleben von Gemeinschaft. Das „WIR“ steht im Vordergrund.

Umgesetzt und getragen wird dies von den unterschiedlichsten Gruppen der Zivilgesellschaft (Vereine, Verbände, Schulen, Kirchen, Gewerkschaften, Bündnisse, Arbeitsgemeinschaften, Feuerwehren, Sport usw.), sowie den Städten und Gemeinden des Landkreises. Durch die Entwicklung und Mobilisierung von weiteren lokalen und regionalen Netzwerken sowie die öffentliche Unterstützung wird die Zivilgesellschaft und deren ziviles Engagement gestärkt und können innovative Beteiligungsansätze entwickelt werden.

Vielfalt LEBEN versteht sich als Anlaufstelle bei der Schaffung einer Willkommenskultur sowie der Aufklärung der Bevölkerung. Die Förderung von Integration, Vielfalt sowie friedliches interkulturelles sowie interreligiöses Zusammenleben mit MigrantInnen, Asylsuchenden und Geflüchteten unterstützen wir ausdrücklich.

 

Es ergeben sich folgende Leitziele:

  • Stärkung von Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit

Mittlerziele:

  • Sensibilisierung und Beteiligung von Verantwortungsträgern aus Bildung, Politik, Sozialem und Wirtschaft
  • Aktivierung und Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die Auseinandersetzung mit Gruppen-bezogener Menschenfeindlichkeit
  • Identifikation und Partizipation mit und in einer Region, die offen ist für alle Menschen

Mittlerziele:

  • Entwicklung einer Kultur des Engagements der Unterstützung und Wertschätzung
  • Auseinandersetzung mit und aktive Beteiligung an Kommunalpolitik sowie gesellschaftspolitischen Prozessen
  • Unterstützung von Projekten, die sich aktiv und kritisch mit zivilgesellschaftlichen Haltungen auseinandersetzen
  • Netzwerkbildung und Öffentlichkeitsarbeit

Mittlerziele:

  • Nutzung neuer Medien und Kommunikationsmittel zur Verbreitung der Leitziele von Vielfalt LEBEN
  • Nutzung der Multiplikatoren in Begleitausschuss und Netzwerken
  • Vernetzung zur Weiterentwicklung von Strukturen, um die Umsetzung der Ziele von Vielfalt LEBEN zu fördern

 

Im Folgenden werden die Handlungsziele angeführt: 

  • Präventionsangebote für Kinder und Jugendliche (programmrelevante Themen)
  • Austausch über Potentiale, Probleme und Handlungsbedarfe vor Ort
  • Klare Positionierung zu Ausgrenzungen von Menschen (Gruppenbezogene Menschenfeind-lichkeit; Ideologien der Ungleichwertigkeit)
  • Beachtung und Überprüfung von Chancengerechtigkeit sowohl bei der Ansprache, im Umgang miteinander, bei der Vergabe der Fördermittel wie auch der Durchführung der Projekte
  • Organisation von Fort- und Weiterbildungen zu gesellschaftlichen Themen
  • Projekte, die die Gleichwertigkeit des Menschen inklusiv bearbeiten
  • Anerkennung der Projektträger
  • Zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit der Initiative Vielfalt LEBEN, u.a. durch persönliche Ansprachen von Entscheidungsträger*innen aus Bildung, Politik, Sozialem und Wirtschaft
  • Nutzung von Veranstaltungen der Netzwerkpartner*innen und anderen Multiplikator*innen zur Umsetzung von Vielfalt LEBEN
  • Veröffentlichungen in Presse und Amtsblättern
  • Kommunikation über Netzwerke (Facebook/Homepage) und Internetseiten von Kooperationspartner*innen

Die Koordinierungsstelle von Vielfalt LEBEN dient als zentrale Anlaufstelle, informiert Interessierte über aktuelle Problemlagen im Landkreis (eigene Recherchen), unterstützt bestehende Netzwerke, bietet Gruppen und Einzelpersonen Beratungen an (insbesondere bei Antragstellung sowie zu Schulungsangeboten des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit) und stellt bei Bedarf Kontakte zu Beratungsstellen wie z.B. Opferberatung, Mobile Beratung und den Flüchtlingsberatungsstellen her.

Dieses Handlungskonzept wurde vom Begleitausschuss von Vielfalt LEBEN im November 2016 erarbeitet.